Sesamöl – Das Öl der ayurvedischen Heilkunst

Sesamöl
Sesamöl passt perfekt zu Rindfleisch im Wok.
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Sesamöl ist ein für asiatische Kulturen typisches Pflanzenöl, das den hellen und dunklen Samen des Sesams entstammt. Bei der Herstellung des Öls aus den dunklen Samen werden diese vor der Extraktion geröstet, woraufhin das Öl einen charakteristisch aromatischen Geschmack erhält. Dieses Öl ist nicht zum Braten zu verwenden, sondern verfeinert fertige, überwiegend asiatische Gerichte. Das zum Kochen verwendbare Sesamöl aus hellen Samen dagegen ist ungeröstet und neutral in Geruch sowie Geschmack. Das Fettsäuremuster ist recht ausgeglichen, weshalb sich das Öl als gesunde Ergänzung bei Diäten eignet.

Die Geschichte des Sesam

Archäologen fanden Aufzeichnungen der Sesampflanze auf einer alten Schriftrolle, die alle damals relevanten Gewürze auflistet. Sie wird auf das Jahr 1500 v. Chr. datiert. Allerdings reicht die Geschichte des Sesam noch weiter zurück. So konnte er in südasiatischen Regionen in den Erdschichten nachgewiesen werden, die knapp 5000 Jahre alt sind. Auch in der alten mesopotamischen Kultur wurden sie verwendet und verbreiteten sich von dort aus bis nach Indien. Ebenfalls wird vermutet, dass die alten Griechen und Ägypter das Gewürz verwendeten.

2500 v. Chr. war der Sesam besonders in China beliebt, wo große Mengen davon gebraucht wurden, um Nahrung zu verfeinern. Damals gab es auch schon das Sesamöl, das dort jedoch nicht gegessen, sondern verbrannt wurde, damit es als Grundlage für die Tintenherstellung dienen konnte.

Die Sesampflanze

Der Sesam erreicht normalerweise eine Höhe von 120 cm. Dabei sind die Pflanzen weit verzweigt oder gänzlich unverzweigt. An den Blättern, die bis zu 20 cm lang und maximal 10 cm breit werden, befinden sich kleine Drüse und außerdem noch feine Härchen. Die Blüten sind weiß bis rosa, größtenteils wird das Erscheinungsbild des Sesam aber von der Farbe Grün dominiert. Die Form der Früchte ist länglich und quadratisch. Auch sie sind mit feinen Härchen besetzt.

Sesamöl: gesunde Fette und Vitamin E

Linolsäure

Die mehrfach ungesättigte und als gesundheitsfördernd geltende Linolsäure ist zu einem Anteil von etwa 44 Prozent enthalten. Da der Körper diese Säure nicht selbst synthetisieren kann, ist eine ausreichende Aufnahme über die Nahrung wichtig. Die anderen Fettsäuren setzen sich aus Ölsäure zu etwa 40 Prozent und Palmitin- sowie Stearinsäure zusammen.

Lecithin

Das enthaltene Lecithin wirkt sich positiv auf das Blut-Kreislauf-System aus.

Antioxidantien und Vitamin E

Verschiedene Antioxidantien und Vitamin E haben zu einer bedeutenden Anwendung für Hautbehandlungen, und Ayurveda geführt. Zudem sind Vitamin B1 sowie weitere Spurenelemente und Mineralstoffe Teil des Sesamöls.

Sesamöl Empfehlung

Sesamöl und Ayurveda

Vitamin E und die Antioxidantien des Sesamöls wirken sich positiv auf die Zellen im gesamten Organismus aus. Freie Radikale lassen sich binden, bevor diese die Zellstruktur beschädigen können. Wird das Sesamöl für Massagen verwendet, bleiben die Hautzellen vitaler und altern langsamer. Aufgrund der positiven Zusammensetzung an verschiedenen Inhaltsstoffen nimmt Sesamöl einen hohen Stellenwert im Ayurveda ein. Neben der Anwendung in Massagen lässt sich das Sesamöl zum Entgiften des Körpers nutzen. Ayurveda ist eine traditionelle Heilkunst aus Indien, die eine der vier heiligen Schriften des Hinduismus ist. Sie verbindet verschiedene Bereiche und Aspekte der körperlichen und geistigen Gesundheit. Zentral sind dabei

  • Massagen,
  • Reinigungstechniken,
  • Pflanzenheilkunde,
  • Ernährung
  • und geistiges Yoga.

Sesamöl wird dank seiner pflegenden und heilenden Wirkstoffe in unterschiedlichen Bereichen angewendet. So wird es Kosmetika und Cremes als Zusatz hinzugefügt, fungiert als Massage- oder Speiseöl.

Stirnölguss aus Sesamöl lindert Stress und Kopfschmerzen

Bei dem ayurvedischen Stirnölguss, auch Shirodhara genannt, wird Sesamöl mit Kräutern versetzt und anschließend erwärmt. Das Gemisch fließt in einem durchgehenden Strahl aus rund zehn Zentimetern Höhe auf die Stirn des Patienten. Häufig erfolgt diese Behandlung in Kombination mit einer Kopfmassage. Die Behandlung soll entspannen, gegen Stress helfen und die Nerven beruhigen.

Weitere Anwendungsgebiete sind:

  • chronische Kopfschmerzen,
  • Lähmungen,
  • Depressionen
  • und Schlafstörungen.

Die zu verwendenden Rezepturen beinhalten erprobtes Ayurveda-Wissen und sind bis zu 2.000 Jahre alt.

Sesamöl und Ölziehen

Ein anderes Heilverfahren ist das sogenannte Ölziehen. Hierzu nehmen Patienten morgens einen Teelöffel Sesamöl in die Mundhöhle und spülen diese ohne zu gurgeln durch. Dabei sollte das Öl durch die Zähne gesogen werden, sodass es in die Zwischenräume gelangt. Nach 20 Minuten wird die Spülung in ein Taschentuch gespuckt und entsorgt.

Sesamöl wird dank seiner pflegenden und heilenden Wirkstoffe in unterschiedlichen Bereichen angewendet. So wird es Kosmetika und Cremes als Zusatz hinzugefügt, fungiert als Massage- oder Speiseöl. Sesamöl wird aus den Samen der krautigen und Fingerhut ähnelnden Sesampflanze gepresst. Diese wird vorwiegend in Asien und Indien angepflanzt und dort vor allem in der Heil- und Massagekunst angewendet.

Herstellungsverfahren von Sesamöl

Da die Samenkapseln das ganze Jahr über reifen, erntete man sie früher nur von Hand, trocknete sie und schüttelte sie anschließend aus. Bei den modernen Züchtungen werden die Samen durch eine maschinelle Ernte gewonnen und anschließend gepresst. Dies kann auf zwei Weisen geschehen: Zum einen wird mit der sogenannten Kaltpressung verfahren, aus der natives Sesamöl entsteht. Es ist hellgelb, riecht dezent und schmeckt besonders mild. Werden die Samen hingegen vor der Verarbeitung geröstet, entstehen indes dunkle Sorten mit einem intensiv würzigen Aroma.

Heilende Kräfte von Sesamöl

Sesamöl besteht überwiegend aus den ungesättigten Fetten Linolsäure, die zu einem Anteil von 44 Prozent enthalten ist, sowie Ölsäure zu 42 Prozent. Darüber hinaus ist Sesamöl reich an Mineralstoffen sowie Spurenelementen und gilt als wesentlicher Bestandteil der orientalischen Küche. Das Öl ist für die Zubereitung von Salatöl sowie zum Kochen und Backen geeignet, da es besonders hitzebeständig ist. Zudem lässt es sich wunderbar lagern, denn seine natürlichen Inhalts- und Wirkstoffe bleiben lange stabil und wirksam. Darüber hinaus werden Sesamöl heilende Kräfte zugeschrieben. Seine besondere Zusammensetzung aus wertvollen Fettsäuren wirkt sich

  • positiv auf die Blutgerinnung sowie den Cholesterinspiegel aus,
  • stärkt die Herztätigkeit,
  • festigt Zähne sowie Knochen
  • und hilft dabei, Osteoporose vorzubeugen.

Die im Sesamöl enthaltenen Lignane Sesamolin und Sesamin haben darüber hinaus antioxidative Fähigkeiten und beugen Krebs vor. Zudem fördern die hochwertigen Inhaltsstoffe das Zellwachstum und mindern das Risiko einer Arterienverkalkung.

Wirksamkeit von Sesamöl in der Hautpflege

Äußerlich angewendet, hilft Sesamöl dabei, die natürliche Schönheit der Haut zu erhalten. Im indischen Ayurveda hat Sesamöl eine lange Tradition als Massageöl und wird für Entgiftungskuren – zum Beispiel für Stirnölgüsse und Ölziehkuren – eingesetzt. Das Öl dringt dabei in die Poren ein, löst Schwermetalle aus dem Körper und regeneriert die Zellen. Darüber hinaus zieht es schnell ein, hat einen leichten Lichtschutzfaktor und bewirkt ein angenehmes Hautgefühl. Durch seine intensiv pflegenden Eigenschaften ist es ideal bei trockener Haut und kann sogar als Babyöl verwendet werden.

Haarpflege mit Sesamöl

Vor allem die Kosmetik hat in den letzten Jahren das Sesamöl als Produkt für schönere Haare für sich entdeckt. Die positiven Effekte, die der Stoff auf die Haut hat, wirken nämlich auch beim Haar. Durch die vielen Vitamine und die Antioxidantien macht das Sesamöl die Haare geschmeidig und bekämpft so strohige und trockene Strähnen. Dazu muss es nach dem Auftragen knapp eine halbe Stunde einwirken und danach mit Shampoo ausgewaschen werden. Um für besonders viel Glanz und Fülle zu sorgen lässt sich das Sesamöl noch mit anderen natürlichen Wirkstoffen wie Honig oder Ei kombinieren.

Braten mit Sesamöl

Sesamöl ist besonders für das Erwärmen von Speisen geeignet, wobei es ihr einen würzigen Geschmack verleiht. Das Öl aus den gerösteten Samen schmeckt dabei besonders intensiv. Allerdings darf es nicht zu stark erhitzt werden. Richtig gebraten werden kann bloß mit dem hellen Sesamöl, das ein leicht nussiges Aroma aufweist und ein sehr gutes Bratverhalten hat. In ihm werden etwa Fleisch oder Fisch schön kross und knusprig.

Sesamöl als Badezusatz

Neben der Verwendung des Sesamöls als Creme kann es auch als Badezusatz die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und spröde Stellen wieder geschmeidig machen. Dazu wird es auf die Haut aufgetragen, bevor man in die Wanne steigt, und wirkt so als Schutzfilm, der nach und nach in die Zellen eindringt. Oder man gibt es direkt ins Badewasser und es entfaltet als Lösung seinen Effekt.

Wo kann man das Sesamöl kaufen?

Möchte man das Sesamöl für Massagen gebrauchen, so kauft man es am besten in Kosmetikgeschäften. Vor der Massage wird es dann auf knapp 100 Grad erhitzt und danach wieder abgekühlt.

Zu finden ist es daneben in speziellen Online-Shops oder Läden, die Produkte der Ayurveda Medizin anbieten. Dank seiner wachsenden Beliebtheit ist das Öl teils sogar in großen Drogerieketten erhältlich.